Höranlagentypen
Infos zu diversen Höranlagetypen

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Allgemeines
Für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung ist ein klares Verstehen in geräuschvoller Umgebung oft nur schwer möglich. Zusätzlich zu Hörsystemen (Hörgeräte - HG, Cochlea-Implantate - CI) gibt es daher auch technische Hilfsmittel, wie Induktionsanlagen, FM- Anlagen und Infrarotanlagen. Voraussetzung für die Verwendung all dieser Höranlagen ist die sogenannte Induktionsspule (oder auch "T"-Spule / Telefonspule) im Hörgerät bzw. Cochlea-Implantat.
Induk"T"ive Höranlagen
Das Prinzip einer indukTiven Höranlage besteht vereinfacht beschrieben aus einem speziellen Kabel, das entlang der Wände eines Raumes verlegt wird und an einen sogenannten IndukTionsverstärker angeschlossen wird. Dadurch baut sich im Raum ein schwaches Magnetfeld auf. Alle akustischen Signale , die in diesen Verstärker eingespeist werden (Sprache, Musik usw.) können von der T-Spule des Hörgerätes (oder Cochlea-Implantats) aufgenommen und wieder in hörbare Schallschwingungen umgewandelt werden. Besonders positiv ist, dass dabei keine Nebengeräusche übertragen werden und die gewünschte Hörinformation somit störungsfrei gehört werden kann.
IndukTive Höranlagen sind bereits in den Planungsgrundlagen Barrierefreies Bauen ÖNORM B1600 und Barrierefreie Tourismuseinrichtungen ÖNORM B1603 verankert, und müssen nach der ÖVE/ÖNORM EN60118-4 installiert und eingemessen werden.
FM = Funkanlagen
Funkwellen im UKW- bis UHF- Bereich übertragen die gewünschte Information. Dafür sind eigene Sendegeräte und Empfänger notwendig. Die Empfangsgeräte müssen von Veranstalter zur Verfügung gestellt werden. Hörgeräte verwenden Empfangsgeräte mit Teleschlinge (= Induktionsschlinge, Telefonspule). Leicht-Schwerhörige, die noch kein Hörgerät tragen, verwenden Empfangsgeräte mit Kopfhörern.
IR = Infrarot- Anlagen
Unsichtbare Lichtstrahlen übertragen die gewünschte Information. Die Anlage besteht aus einem Verstärker und einigen Sendern (nach Raumgröße) und Empfängergeräten die jeweils um den Hals getragen werden. Die Empfangsgeräte müssen von Veranstalter zur Verfügung gestellt werden. Hörgeräteträger verwenden Empfangsgeräte mit Teleschlinge (= Induktionsschlinge, Telefonspule). Leicht Schwerhörige, die noch kein Hörgerät tragen, verwenden Empfangsgeräte mit Kopfhörern.

Dieses Piktogramm wird für nicht normgerecht eingemessene fix installierte Höranlagen und alle anderen Arten von mobilen Höranlagen auf Induktions-, Funk- oder Infrarotbasis verwendet.
Für die Kennzeichnung für nach ÖVE/ÖNORM EN60118-4 eingemessenen fix installierten induktiven Höranlagen im öffentlichen Bereich ist dieses Piktogramm vorgesehen.

Auracast™
Auracast™ nutzt Bluetooth-Technologie, um Audiosignale drahtlos an mehrere Empfangsgeräte (Smartphones, Bluetooth-Kopfhörer) ist aber auch geeignet um schwerhörigen Menschen mit Cochlea-Implantat und/oder Hörgeräte/n akustisch barrierefreie Kommunikation zu ermöglichen. Dazu muss das CI/Hörgerät Auracast-fähig sein. Da die meisten Hörsysteme noch nicht Auracast-fähig sind, braucht es als Zwischenlösung für Hörsystemträger:innen mit Induktionsspule ausgestattetete Hörsysteme plus Empfänger mit induktiven Halsschleifen, um das Auracastsignal empfangen und nutzen zu können.
Es wird erwartet, dass in den nächsten Jahren Hörsystemhersteller den Direktempfang von Auracast in Hörsystemen standardmäßig einbauen und somit eine Nutzung ohne Zusatzequipment ermöglichen.
Auracast™ ist wie bereits erwähnt eine neue drahtlose Audioübertragungstechnologie, die optimale Leistung in Bezug auf Klangqualität, Verbindungsstabilität und Zugänglichkeit bietet. Basierend auf Bluetooth LE Audio (Low Energy Audio) ermöglicht sie die Übertragung eines Audiosignals an eine potenziell unbegrenzte Anzahl kompatibler Empfänger, ohne Einbußen bei Übertragungsqualität oder Stabilität. Dieses System kann man ohne großen baulichen Eingriff installieren.
Effizientes Bandbreitenmanagement Für die gleichzeitige Übertragung an mehrere Geräte verwendet Auracast™ ein optimiertes Protokoll, das geringe Latenz und exzellente Klangqualität garantiert – selbst in Umgebungen mit vielen Nutzern (öffentliche Verkehrsmittel, öffentliche Plätze, Messen usw.).
Quelle: Hearit.at / redaktionelle Bearbeitung & Ergänzungen Tamegger/ÖSB
