Letztes Aktualisierung:
26. 09. 2017


Ausdruck vom:
18. Oktober 2017


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26.09.2017

ÖSB - Aktuell

Diskriminiert Krankenkasse schwerhörige Menschen?

26. 09. 2017

Ist jemand schwerhörig und entschließt sich zur Anschaffung von Hörsystemen, so ist dies nicht nur ein wichtiger Schritt, um weiterhin am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sondern in vielen Fällen auch ein...

Ist jemand schwerhörig und entschließt sich zur Anschaffung von Hörsystemen, so ist dies nicht nur ein wichtiger Schritt, um weiterhin am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sondern in vielen Fällen auch ein finanzieller Aufwand, sofern auf Grund der Höreinschränkung Hörsysteme über der Tarifgrenze der Krankenkasse notwendig sind. Nun ist es so, dass die Krankenkasse vier Tarifmodelle (von der Standardversorgung bis hin zur Sonderversorgung Klassen I-III) für die Übernahme von Hörgeräten anbietet, wobei Sonderversorgung Stufe III für beruflich bedingte Versorgungen vorgesehen ist.

Im Rahmen unserer Beratungstätigkeit häufen sich leider Fälle, wonach die berufliche Tarifklasse von der Krankenkasse bei Menschen, die beispielsweise als Reinigungskraft arbeiten mit dem Verweis abgelehnt wird, dass man „in dem Job ja nicht unbedingt hören muss und Standardtarifversorgungen ausreichend sind“.

In Rücksprache mit dem Sozialministeriumservice dürfen wir als Interessensvertretung Schwerhöriger darauf hinweisen, dass diese Argumentation unserer Auffassung nach eine Diskriminierung darstellt. Es kann nicht sein, dass jemand auf Grund seines beruflichen Status bei einer Hörgeräteversorgung von der Sozialversicherung ungleich behandelt wird. Unser ganzes Leben ist Kommunikation und dabei ist es egal,
ob jemand Reinigungskraft oder Generaldirektor ist. Menschen mit Höreinschränkung haben es gerade im Berufsleben besonders schwer Schritt zu halten, einen Job zu erlangen oder zu erhalten. Gerade aus diesem Grund ist es notwendig, dass Menschen mit Hörminderung bestmöglich versorgt werden, um im beruflichen Leben weiter aktiv sein zu können!

Schwerhörigkeit ist eine für Außenstehende unsichtbare Behinderung, die aber für den Betroffenen selbst weitreichende Folgen hat, die bis hin zu psychischen und weiteren physischen Problemen führen kann, wenn keine adäquate und rechtzeitige Versorgung stattfindet. Niemand sucht sich aus, schwerhörig zu sein. Gerade in Anbetracht der UN-Behindertenrechtskonvention und des Behindertengleichstellungsgesetzes würde man sich daher gerade von Stellen wie Krankenkassen mehr Sensibilität und Kenntnis gegenüber den Bedürfnissen von Menschen mit Hörbehinderung erwarten.

Zusätzlich zu dieser Thematik fällt unseren Berater/innen auf, dass man bei der Krankenkasse die „Einohrversorgung“ wieder für sich entdeckt hat, auch bei Menschen, die bisher schon beidohrig versorgt waren. Wer also glaubt, dass die in den letzten Jahrzehnten stattgefundene Weiterentwicklung und Forschung, die die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit einer beidohrigen Versorgung wegen Richtungshören, Gefahrenerkennung etc. außer Zweifel gestellt hat, wird nun eines Besseren belehrt.

Auch dieses Vorgehen ist diskriminierend, weil man von jemand, der gewohnt ist auf beiden Ohren Hörsysteme zu tragen nicht erwarten kann, dass Sprachverstehen plötzlich auf nur ein Ohr zu kompensieren, geschweige denn Gefahrenerkennung und Richtungshören gewährleistet sind. Das ist fahrlässig!

Wir werden diesen Umstand als Interessensvertretung Schwerhöriger den entsprechenden Entscheidungsträger/innen in den jeweiligen Krankenkassen aufzeigen. Wir werden aufmerksam verfolgen, ob es weitere Entscheidungen dieser Art bei Betroffenen gibt und diesen Menschen bei Bedarf Unterstützung bieten. *

Wenn auch Sie betroffen sind, wenden Sie sich bitte an den ÖSB unter der Emailadresse: wien(at)remove-this-spanoesb-dachverband(dot)at

Fotocredit: www.google.at

Welttag des Hörens 3.3.2017: Event im EU-Parlament

14. 02. 2017

Am 3.3.2017 wird der Welttag des Hörens begangen. Grund genug, dies von EFHOH (European Federation of the Hard of hearing), dem Hörgeräteherstellerverband EHIMA und dem europäischen Hörakustikerverband AEA zum Anlass zu nehmen...

Am 3.3.2017 wird der Welttag des Hörens begangen. Grund genug, dies von EFHOH (European Federation of the Hard of hearing), dem Hörgeräteherstellerverband EHIMA und dem europäischen Hörakustikerverband AEA zum Anlass zu nehmen und auf europäischer Ebene im EU-Parlament über Fakten und unter anderem die Kosten unbehandelter Schwerhörigkeit zu sprechen. Unbehandelte Schwerhörigkeit und die Folgekosten belaufen sich allein in der EU auf unglaubliche 178.000.000.000 EURO (178 Milliarden Euro!)! Bei Prävention und rechtzeitiger Versorgung wäre ein enormes volkswirtschaftliches Problem um einiges kleiner.

Hier die Fakten:

 

Die Einladung hier als Download!

 

Schwerhörigkeit nun auch in UN-Behindertenrechtskonvention verankert

28. 09. 2016

ÖSB-Erfolg: Deutsche Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention berücksichtigt nun auch Schwerhörige

Die UN-Behindertenrechtskonvention berücksichtigt nun in seiner deutschen Übersetzung auch explizit "Schwerhörige". Dieser Erfolg ist dem ÖSB und seiner Präsidentin Mag.a Brigitte Slamanig zuzuschreiben.

Lesen Sie dazu bitte den Artikel, wie es letztlich dazu kam, dass "Schwerhörige" explizit Erwähnung finden:
ÖSB Bericht zur deutschen Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Dazu der Originalgesetzestext der Republik Österreich:
Bundesgesetzblatt der Republik Österreich mit korrigierter deutscher Version der UN-Behindertenrechtskonvention

EFHOH-Deklaration Essen 2015

23. 11. 2015

Der Zugang zu Hörsystemen ist der Zugang zu Chancengleichheit

Die EFHOH (European Federation of Hard of Hearing People) hat in ihrer Schwerhörigenkonferenz im April 2015 in Essen / Deutschland eine Deklaration verabschiedet, die auf den freien Zugang Schwerhöriger zu Hörsystemen zur Chancengleichheit abzielt. Das von 15 europäischen Ländern unterfertigte Manifest wurde Frau Dr. Renate Sommer (Mitglied des Europäischen Parlaments, CDU) überreicht, die die Deklaration ihrerseits in Brüssel offiziell weiter leiten wird.

Deklarationen in Englisch und Deutsch als Download HIER!

 

 

 

 

 

 

 

 

Mag.a Brigitte Slamanig unterfertigt als ÖSB-Präsidentin die Deklaration für Österreich!

Tagungsdokumentation EFHOH-Konferenz 2015

23. 11. 2015

Ergebnisse der europäischen Schwerhörigenkonferenz in Essen 2015

Die Kolleg/innen des Deutschen Schwerhörigenbundes DSB waren im Frühjahr 2015 Gastgeber der "EFHOH-Schwerhörigenkonferenz" in Essen/Deutschland. Eine wunderbare Tagungszusammenfassung sowie die bei der Konferenz verabschiedete Essener Schwerhörigendeklaration finden Sie auf der Website des DSB!